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Vom Gebirge zum Meer in Soller

Eine abwechslungsreiche Wanderung über dem Leuchtturm am Cap Gros nach Port de Soller nach faszinierender Fahrt mit dem „Tren de Soller“.

Länge: 14,8km, Dauer: 2:52 h (ohne Pausen)

„Einmal mit dem Zug nach Soller fahren, sollte jeder gemacht haben“. Wie oft habe ich das irgendwo gelesen oder wurde mir von anderen Mallorca-Urlaubern dringendst empfohlen. Gesagt getan. Meine Wanderstrecke habe ich wieder im Kompass-Reiseführer Mallorca gefunden und die entsprechenden GPS-Daten in meine App Komoot importiert. Im Vorfeld meines Urlaubs habe ich mir die Abfahrtszeiten und den Preis auf der Internetseite des Tren de Sollers herausgesucht. 18 Euro für eine knappe Stunde Zugfahren erschien mir zwar zunächst recht teuer, aber ich wollte unbedingt mit diesem Zug fahren. Da muss man halt auch mal Opfer bringen:-)). Mein Ziel war um 10:10 Uhr den direkt den ersten Zug zu nehmen. Und so mache ich mich um 08:25 Uhr mit der Buslinie 200, die direkt vor meinem Hotel ihre Endstation hat, auf den Weg nach Palma. Da zwischen Ankunft um 09:35 Uhr in Palma und der Abfahrt des Zuges nicht viel Zeit war, spute ich mich schleunigst zur Kasse um noch ein Ticket zu ergattern. Da ich mich schon bei meinem Palma-Besuch vor zwei Tagen über den genauen Abfahrstort schlau gemacht hatte, fällt ein unnötiges Suchen weg. Nachdem ich den unterirdischen Busbahnhof verlassen hatte und mich Richtung Zugbahnhof begab, traf mich der Schlag. „Oh nein. Was machen die denn alle hier?“ war mein erster Gedanke, als ich die Menschenmassen vor der Kasse sah. Zu meinem Glück handelte es sich um eine Reisegruppe, die auf ihre Reiseleitung wartete. So kam ich recht schnell an mein Ticket und begab mich direkt in den Zug. Punkt 10:10 Uhr fuhr der Zug dann los.

Mit mehrmaligem Hupen verabschiedet sich der Zug von Palma und fährt zunächst bis zur nächsten Station Bunyola und dann weiter nach Soller. Dadurch, dass die Zugfahrt sehr laut ist, ist es auch in den Waggons recht laut. Wie bei allen Menschenmassen versucht auch hier jeder Fahrgast mit seiner Stimmgewalt die anderen zu übertreffen. Vor allem die jungen quietschenden Mädels einer französischen Schulklasse taten sich hier hervor. Ich versuche den Lärm um mich herum auszuschalten und die Fahrt zu geniessen, meine Kamera dabei immer griffbereit. Da mir das zu meiner eigenen Überraschung gut gelingt ergeben sich beeindruckende Ausblicke. Besonders an einer Stelle kurz vor Soller, wo wir auf einen entgegenkommenden Zug warten mussten. Meine Hoffnung besteht jetzt nur noch darin, dass die Bilder was geworden sind.

Gegen 11:15 Uhr kommen wir in Soller an. Und ich muss sagen, dass sich die 18 Euro für die Fahrt tatsächlich gelohnt haben. Die Massen strömen vom Zug aus in die bereits wartende Strassenbahn (dem nächsten Highlight von Soller), welche für sieben Euro weiter nach Port de Soller fährt. Ich wäre ebenfalls sehr gerne damit gefahren, aber leider ließ sich das organisatorisch nicht umsetzen. Weder morgens noch abends bei der Rückkehr:-((((

Der Bahnhof liegt am Placa d’Espanya. An einer einsamen Sitzbank nehme ich zunächst einen kräftigen Schluck Wasser aus meiner 2L-Trinkblase um dann im Anschluss meine geplante Tour in meiner App Komoot aufzurufen. Laut App beginnt die Tour an Kirche „Esglesia de Sant Bartomeu. Da auch die Strassenbahn an der Kirche vorbeifährt, folge ich den Schienen und komme so am Kirchplatz aus, wo ich einen tollen Blick auf die Kirche habe.

Ich starte meine Tour. Durch kleine Gassen erreiche ich die Carrer Isabel II und laufe direkt auf ein Franziskanerkloster zu.

Ich laufe links die Straße weiter und komme an einem Kreisverkehr aus. Dort laufe ich stadtauswärts Richtung Palma um dann direkt hinter dem ersten Haus auf der rechten Seite in eine Betonstraße abzubiegen. Ich lasse die ersten drei Abzweigungen hinter mir, mache dabei noch das ein oder andere Foto, und biege an der vierten nach rechts ab. An einem Haus vorbeilaufend erreiche ich den Bahnübergang. Hier treffe ich auf weitere Wanderer, die die gleiche Hoffnung wie ich hatten, dass just in diesem Moment ein Zug angefahren kommt. Da man uns diesen Gefallen nicht tat, mache ich zwei, drei Fotos und laufe weiter.

Immer dem Hauptweg folgend komme ich auf den Cami de Castello. Der Weg wird schmaler, lässt aber immer wieder einen tollen Ausblick auf die Umgebung zu.

 

Nach 4km laufe ich ganz in Gedanken durch einen kleinen Mauerdurchgang, und stelle fest, dass ich mich in einer Sackgasse befinde. Der Weg war auf einmal weg und ich bin nur noch von Bäumen umzingelt. Prompt meldet sich auch meine App:“Die Tour wird angepasst…“. Hmm……hier stimmt was nicht. Ein fragender Blick auf die App verriet mir, dass ich vor dem kleinen Mauerdrurchgang rechts in einen kleinen Weg abbiegen sollte. Da war ein Weg? Ich laufe zurück und siehe da, da war tatsächlich ein schmaler Weg.

Ich biege in diesen Weg ab und meine App hörte auch sofort auf zu meckern:-))). Nachdem ich die ganze Zeit nur bergauf gelaufen bin, geht es nun wieder steil bergab. Ich laufe an einer Abzweigung vorbei, die laut Wegweiser nach Soller führt und folge der Beschilderung nach Deia. Auf zunächst steinigem Untergrund, dann auf Betonstraße bin ich weiter auf dem Cami de Castello unterwegs und komme am Hotel Ca’s Xorc vorbei.

Ich bleibe immer schön auf dem Cami de Castello Richtung Deia und komme an der Capella de Castello aus.

Ich passiere die Capelle rechtsseitig und müsste an einer Gabelung den beschilderten Weg nach Port de Soller nehmen. Da ich aber dringend mal eine kurze Pause machen müsste, nehme ich zunächst links einen Weg zur Finca Son Mico und lege dort eine 20-minütige Pause ein, in der ich die herrliche Aussicht genieße.

Nach der Pause geht es weiter. Ich folge dem Straßenweg hinunter und komme an der M10 aus. Am Hotel Can Bleda vorbei laufe ich die Hauptstraße bis zur nächsten Gabelung um dort rechts in eine Nebenstraße abzubiegen. Die Beschilderung des GR-221 hilft mir hier bei der Orientierung. Im Wissen, dass mich der GR-221 nach Port de Soller führt, brauche ich mich nur noch an die entsprechenden Beschilderungen halten. Dabei laufe ich auf Schotterwegen an diversen Anwesen vorbei und durch Olivenbaumfeldern hindurch.

Auch hier habe ich immer wieder einen fantastischen Blick auf die Landschaft rund um Soller.

Dem GR-221 dabei weiter folgend laufe ich auf das Refugi de Muleta zu. Dort angekommen nehme ich nicht den direkten Weg am Refugi vorbei, sondern biege links in einen Weg ab, der mich sehr stark an eine Liedpassage eines bekannten deutschen Hits erinnerte.

Nachdem ich den etwas beschwerlicheren Weg hinter mich gebracht habe, komme ich am sehr markanten Leuchtturm am Cap Groß aus. Dieser Leuchtturm wurde 1859 erbaut und leuchtet bis zu 13 Seemeilen weit. Ich laufe am Leuchtturm vorbei und erhalte kurze Zeit später einen traumhaften Blick auf Port de Soller.

An einem gut besuchten Restaurant vorbei geht es nun Richtung Port de Soller. Ich folge der Straße, die an der Küste entlang läuft. Nach ca. 1,5kmgabelt sich die Straße. Ich überlege kurz, ob ich den direkten Weg nach Port de Soller an der Küste entlang oder einen kleinen Umweg zu einer Anhöhe nehmen soll. In der Hoffnung noch das ein oder andere Foto zu schießen nehme ich den Umweg in Kauf. Ich orientiere mich also rechts in eine Straße, die bergauf in eine Wohnsiedlung führt. Die Straße geht so steil hoch, dass ich es schon wieder bereut hatte, diesen Weg zu nehmen. Ein Blick auf den Leuchtturm und auf die Bucht von Port de Soller ließen allerdings die Strapazen kurze Zeit vergessen. Es hat sich doch gelohnt.

Nach diesen fantastischen Aussichten geht es nun entgültig hinunter nach Port de Soller. Doch was ist das? Eine Baustelle, wodurch die Straße auf einmal gesperrt ist. Muss ich jetzt wieder zurück? Bitte nicht. Zum Glück finde ich einen Weg an der Baustelle vorbei und kann erleichtert meinen Weg fortsetzen. Im Ort angekommen erhalte ich noch einmal einen fantastischen Blick auf die Bucht mit seinem Sandstrand.

 

 

Leider habe ich nicht viel Zeit und halte direkt, an diesem herrlichen Strand vorbeilaufend, Ausschau nach einer Bushaltestelle. Da ich aber nur die Endstation der Straßenbahn gefunden habe, wo sich wahre Menschenmassen ansammeln, nehme ich Google Maps zur Hilfe. Ich muss feststellen, dass sich die Haltestelle etwas außerhalb vom Ort befindet und begebe mich sofort dahin, nicht ohne noch ein BIld von der gerade ankommenden Straßenbahn zu machen.

Nach 20 Minuten Fußweg komme ich an der Haltestelle, um dann festzustellen, dass der nächste Bus Richtung erst in 40 Minuten kommt. Da mein Trinkreservoir aufgebraucht war und mir auf dem Weg zur Haltestelle ein kleiner Supermarkt auffiel, mache ich mich nochmal auf den Weg dorthin. Mit Getränken versorgt wartete ich dann auf den Bus und konnte dann schließlich etwas erschöpft zurück ins Hotel fahren.

 

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