«

»

Auf dem Rheinsteig von Königswinter nach Bad Honnef

Im Zuge der Vorbereitung auf meinen ersten Wanderurlaub, den ich in Bayern absolvieren werde, habe ich mir vergangene Woche eine Teilstrecke des Rheinsteigs ausgesucht. Da ich vorher schon zwei Teilstrecken (Bonn-Königswinter und Bad Hönningen-Linz am Rhein) gelaufen bin, wusste ich, dass der Rheinsteig eine ideale Vorbereitung für den Urlaub ist. Ich habe mir diesmal die Teilstrecke Köngswinter-Bad Honnef ausgesucht. Da Königswinter auch per Zug ziemlich schnell zu erreichen war, war diese Tour damit ideal für einen tollen Wandersamstag. Zumal das Wetter auch noch mitspielte.

Gegen 10:30 Uhr in Königswinter angekommen, ging es dann auch schon direkt los. Entlang der Bahngleise führte mich der Weg direkt Richtung Drachenfelsbahn. Dabei fiel mir wieder einmal auf, wie wenig mittlerweile in Königswinter los ist. Geschlossene Restaurants und Hotels und ein Bahnhof, der sich anscheinend die letzten 30 Jahre nicht verändert hat. Einzig die Fußgängerzone mit ihren Geschäften und die Promenade am Rhein mit dem Sea Life Centre sind noch sehenswert. Schade eigentlich.

Naja, jedenfalls an der Drachenfelsbahn angekommen habe ich mich als Wanderfreund natürlich dazu entschieden zum Drachenfels hochzulaufen, zumal mir der Fahrpreis von 8€ ziemlich hoch erschien. Hier erwartete mich dann natürlich direkt die erste von vielen knackigen Steigungen. Schon nach kurzer Zeit kam ich am Aussichtspunkt „Vater Rhein“ vorbei und hatte von dort einen herrlichen Blick von Königswinter bis nach Bonn. Nach einer kurzen Fotopause ging es dann  weiter.


An der Nibelungenhalle vorbei luden das „Winzerhäuschen“ und der Biergarten „Am Drachenbrunnen“ zum Einkehren ein. Da mir aber noch nicht nach Pause machen war, ging es weiter und so kam ich an Schloss Drachenfels vorbei. Ich hätte mir für ein kleines Entgelt das Schloss ansehen können, aber in Anbetracht der noch vor mir liegenden Strecke habe ich es dabei belassen und mir das Schloss von außen angeschaut. Auf dem Eselsweg ging es weiter hinauf zum Drachenfels. An einem Aussichtspunkt hatte ich einen wunderbaren Blick auf Schloss Drachenfels und seinem wunderschönen Garten. Dank des hervorragenden Wetters konnte man von diesem Aussichtspunkt aus sogar den Kölner Dom und den Kölner Fernsehturm erkennen. Wirklich eine tolle Aussicht.
 
Am Drachenfels angekommen trifft man dann auch direkt auf zahlreiche Touristen. Und man erkennt, dass sich wenigstens hier in den letzten Jahren einiges geändert hat. Das Drachenfelsplateau wurde komplett umgebaut. Das frühere dunkle, ungemütliche Restaurant ist einem modernen lichtdurchflutetetn Restaurant mit Aussentischen gewichen. Alles wirkt noch ziemlich neu und modern. Nach einer kurzen Frühstückspause (ich hatte mir natürlich was mitgenommen) ging es weiter Richtung Rhöndorf. Ab hier bin dann auch schön brav den Rheinsteig-Schildern gefolgt. Auf dem Weg nach Rhöndorf traf man nicht nur auf andere Wanderer sondern auch auf eine Holzfigur. Da ich ja noch eine lange Strecke vor mir hatte, wird mir diese Figur wohl viel Glück und viel Spaß wünschen wollen. Wenn ich von der anderen Seite gekommen wäre, hätte die Figur wahrscheinlich eine andere Bedeutung.

 
Ich folgte den Rheinsteig-Markierungen und habe mich hinter der Dr.-Max-Horster-Hütte direkt verlaufen. Wer war schuld? Keine Ahnung. An einer Weggabelung bin ich natürlich der Rheinsteig-Markierung gefolgt, welche sich auf einem Stein befand, der genau zwischen den Wegen befestigt war. Laut Markierung sollte ich den linken Weg nehmen, was ich auch tat. Schon nach wenigen Metern stellte sich aber heraus, dass da was nicht stimmen kann. Ich schaute auf meine Wanderapp und stellte dann tatsächlich fest, dass ich falsch war. Wieder auf dem richtigen Weg angekommen kam ich am Ulanen-Denkmal aus. Dieses Denkmal erinnert an die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Ulanen-Regiments von Großherzog Friedrich von Baden. Von hier aus hatte ich einen wunderschönen Blick auf Rhöndorf. Ich folgte der Rheinsteig-Markierung entsprechend einer Straße hinab und kam an der Löwenburger Straße aus. Hier ging es links die Löwenburger Straße weiter.  Auf der linken Seite befand sich der Waldfriedhof Rhöndorf, wo sich das Familiengrab der Adenauers befindet. Am Eingang des Friedhofs war noch ein Marienbildstock zu betrachten. Am Ende des Friedhofs änderte ich meine Richtung um 180 Grad und befand mich nun auf dem Dr.-Menser-Weg. Hier fiel mir auch das erste Mal ein Stein mit der Wegkennzeichnung des Rheinsteigs auf.

     
Das war jetzt die dritte Etappe vom Rheinsteig, die ich gelaufen bin, aber diese Wegkennzeichnung hatte ich noch nie gesehen. Ab hier war nun der zweite Teil des Namens „Rheinsteig“ Programm. Auf kleinen, mit dem Rheinsteig-Zeichen wunderbar ausgeschilderten Wanderpfaden ging es stetig bergauf. An der Eulenhardt-Hütte vorbei machte ich an der Breiberg-Hütte eine kleine Trink- und Fotopause, bevor es weiter hinauf zum Löwenburger Hof ging. Auf dem Weg dorthin traf ich viele andere Wanderer, die sich ebenfalls den Weg hochquälten und sogar Mountainbikefahrer, die es aber lieber bevorzugten, die Wege bergab zu fahren. Nach Bewältigen von 300 Höhenmetern auf 3 km  war ich am höchsten Punkt meiner Tour, dem Löwenburger Hof, angekommen. Ich nahm auf einer Bank Platz, machte meine wohlverdiente Mittagspause und genoss die herrliche Aussicht.

Der Wunsch, die Pause in Ruhe und alleine zu geniessen hatte sich schnell erledigt. Ein Vierbeiner, genannt Hund, hatte sich zu mir gesellt und ein Auge auf meine Hähnchensticks geworfen. Ich muss sagen, er hat alles versucht, aber ich konnte zu meinem Glück widerstehen. Nach einer knappen halben Stunde Pause ging es dann weiter. Den Weg zur Löwenburg hoch habe ich mir geschenkt. Es ging nun stetig bergab, bis ich an der Schmelztalstraße angekommen war. Diese überquerte ich und begab mich direkt wieder auf einem kleinen Pfad in den Wald hinein. Hier erwartete mich der nächste steile Anstieg. Mein Gott, diese Anstiege waren aber auch giftig. Nach diesem Anstieg kam ich an einem breiten Waldweg aus, den ich nach rechts laufend folgte. Da hier kaum Höhenmeter zu bewätligen waren, konnte ich mich während des Weges von den vorherigen Strapazen erholen. Als sich dann aber der nächste Anstieg ankündigte, wurde ich misstrauisch und warf einen Blick auf meine Wanderapp. Ich hatte in Erinnerung, dass ich irgendwann einmal rechts abbiegen musste, und dieser Anstieg dann eigentlich der letzte dieser Art sein müsste. Meine Erinnerung hat mich nicht enttäuscht und es lag vor mir tatsächlich der letzte Anstieg. Diesen bewältigte ich zu meiner Überraschung bravourös und fand auch den Weg, der mich hinunter nach Bad Honnef führte. Und mit hinunter war auch hinunter gemeint. So einen steilen Abstieg hatte ich noch nie und konnte diesen auch nur sehr vorsichtig hinunter gehen, da ich zu faul war meine Wanderstöcke aus dem Rucksack zu holen.


Den Rheinsteig-Markierungen folgend kam ich an einer Übersichtskarte am Mucherwiesenweg aus. An Feldern vorbei führte mich der Weg dann weiter nach Bad Honnef hinein wo ich mir in der Innenstadt eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen gönnte. Auf dem Weg zum Bahnhof überquerte ich über einer Brücke die B42 und hatte von dort noch einmal eine tollen Blick auf meinen Startpunkt dieser Tour, dem Drachenfels. Mit diesem Ausblick ging es dann per Zug wieder Richtung Heimat.

Fazit:
Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass der Rheinsteig schön zu laufen ist. Tolle Aussichtspunkte wechseln sich mit Waldabschnitten ab. Dank der hervorragenden Wegmarkierungen ist ein Verlaufen eigentlich nicht möglich. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel (sieh oben). Besonders positiv fand ich die Wegesteine, die den Weg des Rheinsteigs markierten, zumal dort auch Ortsnamen mit entsprechender Entfernung angegeben waren. So konnte man sich etwas orientieren, wo man war. Alles in allem war es eine gelungene Generalprobe für meinen Wanderurlaub in Bayern und freue mich schon auf die nächsten Touren entlang des Rheinsteigs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>